Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)

Zusammenfassung
Die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) ist eine der winterhärtesten Palmen überhaupt und verträgt Temperaturen bis -18°C. Sie stammt aus den Bergregionen Chinas und entwickelt einen charakteristischen, mit Fasern bedeckten Stamm. Diese robuste Fächerpalme eignet sich ausgezeichnet für die Freilandpflanzung in milden Regionen. Sie wächst langsam und wird etwa 10-15 Meter hoch.
Steckbrief
Die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), die vereinzelt auch unter dem Namen Tessiner Palme bekannt ist, ist eine stattliche Fächerpalme, die in freier Natur eine Wuchshöhe von bis zu 12 Metern erreichen kann. Als Zimmerpalme gehalten erreicht die Hanfpalme eine Größe von ca. 2,50 Metern und benötigt somit ausreichend Platz zur Entfaltung. Charakteristisch für Hanfpalmen sind die fächerartigen Blätter, die vom Kopf aus nach oben austreiben und sich mit zunehmendem Alter senken.
Da sich die untenliegenden, älteren Blätter mit der Zeit von gelb nach braun verfärben und absterben, ist es notwendig diese zu gegebener Zeit vorsichtig abzuschneiden. Die Chinesische Hanfpalme kann auch im Garten gehalten werden, sollte in den Wintermonaten jedoch mit einem Frostschutz versehen werden.
Chinesische Hanfpalme – Fakten
- Botanische Bezeichnung Trachycarpus fortunei
- Synonyme Tessiner Palme, Chinesische Hanfpalme
- Wuchshöhe 2 bis 4m
- Wuchseigenschaften schirmförmig, aufrecht
- Blüten gelbe Rispen (Mai bis Juni), bis 60cm lang
- Blätter immergrün, fächerförmig und gestielt, bis 90 cm lang
- Frucht schwarz-blaue bohnenförmige Beeren, bis 12mm
- Stamm hellbraune Fasern, die wie Fischschuppen ineinander liegenBoden
- Boden kiesig bis lehmig, frisch bis mäßig feucht, nährstoffreich
- Licht hell, ohne direkte Sonneneintrahlung
- Winterhärte mäßig winderhart, verträgt kurze Fröste
- Platzbedarf hoch
- Verwendung Wintergarten, Pflanzgefäße
Prächtige Kübelpflanze mit tropischem Flair. Nahezu winterfest und recht pflegeleicht zu halten."
Redaktion Zimmerpalmen.net
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Jetzt ansehenHerkunft der Hanfpalme
Die chinesische Hanfpalme ist vom Himalaya im Norden Indiens bis Nord-Thailand und China heimisch. Sie gilt als eine der kälteresistentisten Palmen und ist somit auch in mediterranen Gärten zu Hause. So gedeiht Sie auch in Meran, dem Gardasee, im Tessin und in Süd-England. Trachycarpus Fortunei ist eine der am häufigsten kultivierten Arten der vier bis sechs Trachycarpus-Arten. In der Vergangenheit galt Sie als beliebte Nutzpflanze, deren zähe Fasern zu Regenmänteln, Matten, Stricken und Bürsten verarbeitet wurden. Das gegen Nässe widerstandsfähige Stammholz wurde ebenso sehr geschätzt.
Standort der Hanfpalme
Für eine Hanfpalme sollte ein möglichst heller Standort gewählt werden, der ihr einige Stunden mit direkter Sonneneinstrahlung gewährt. Wählt man einen zu dunklen Platz mit wenig direktem Sonnenlicht, so wird der Blattwuchs behindert und die Hanfpalme bildet keine/kaum neue Blätter und wächst nur sehr langsam. Zwei bis drei Stunden direktes Sonnenlicht sollten mindestens erzielt werden.
- Benötigt einen hellen Standort
- Durch zu wenig Licht droht verminderte Blattbildung
Welche Erde nutzt man für eine Hanfpalme?
Besonders junge Hanfpalmen benötigen eich leicht saures Substrat. Um alkalische Bodenverhältnisse zu schaffen, kann auf Torf zurückgegriffen werden. Allerdings besitzt der Torf selbst keine für die Hanfpalme wichtigen Nährstoffe und sollte daher mit Kompost angereichert werden.Sollte der Grund dabei zu locker sein und der nötige Halt fehlen, empfiehlt sich lehmhaltige Gartenerde als Begleiter. Die Zusammensetzung sollte jeweils zu gleichen Teilen erfolgen.
Bei älteren Artgenossen kann gut und gerne auf handelsübliche Gartenerde zurückgegriffen werden; ein leicht saures Substrat verwenden
- Gemisch aus Torf, Kompost und Lehmerde
- älteren Hanfpalmen genügt Gartenerde
Richtiges Umtopfen der Hanfpalme
Beim Umtopfen der Hanfpalme verfährt man wie bei anderen Pflanzen auch. Im Regelfall sollte die Chinesische Hanfpalme nur alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden.
Zu beachten Die Hanfpalme sollte nach dem Umtopfen für einige Wochen nicht gedüngt werden.
Direkt nach dem Umtopfen befindet sich die Hanfpalme in einer Art Eingewöhnungsphase, in der sie sehr empfindlich ist. Gedüngt wird erst wieder, wenn der Blattaustrieb wieder beginnt.
Gießen und Düngen der Chinesischen Hanfpalme
Während des Wachstums und besonders in den Sommermonaten sollte die Trachycarpus Fortunei regelmäßig aber bedacht mit Wasser versorgt werden. Den richtigen Zeitpunkt zum erneuten Gießen erkennt man, wenn die oberste Erdschicht bereits getrocknet ist. Wichtig ist, dass der Wurzelballen immer feucht gehalten wird. Auf die Verwendung von kalkhaltigem Wasser sollte verzichtet werden.
Im Gegenzug zu anderen Palmen, wird das Gießen der Hanfpalme im Winter nur mäßig reduziert. Die Hanfpalme legt hier nämlich keine Ruhephase ein, lediglich das Wachstum wird bedingt durch die abnehmende Sonneneinstrahlung etwas zurück gehen.
Beim Düngen der Hanfpalme kann gewöhnlicher Dünger für Zimmerpflanzen in geringer Dosengierung zum Gießwasser hinzugefügt werden. Es empfiehlt sich die Hanfpalme alle zwei Wochen zu düngen.
- Gießen wenn die oberste Schicht bereits getrocknet ist
- kein kalkhaltiges Wasser verwenden
- regelmäßig im Abstand von 14 Tagen düngen
Wie lässt sich die Hanfpalme vermehren?
Das vermehren der Hanfpalme ist zwar nicht sonderlich schwierig, jedoch ist eine Menge Geduld gefordert. Das Vermehren erfolgt durch die Aussaat von Palmensamen, die zwischen Februar und April in Anzuchterde gesetzt werden. Nun gilt es die Erde stets etwas feucht und warm zu halten. Die Keimung der Samen kann nun bis zu einem Jahr benötigen. Bis dann aus dem jungen Keimling eine echte Hanfpalme geworden ist, vergehen noch einmal bis zu drei Jahre.
- Vermehrt wird durch Aussaat von Samen
- die lange Keimzeit stellt die Gedulg auf die Probe
Kann man die Hanfpalme überwintern?
Die Trachycarpus Fortunei zählt zu den frostresistenten Palmenarten und kann im Garten oder aber in der Wohnung überwintert werden. Will man die Hanfpalme im Garten überwintern, so ist in Deutschland ein Frostschutz notwendig, da die Winter hier deutlich zu feucht werden.
Botanische Einordnung und Morphologie
Die Gattung Trachycarpus stammt aus den gemäßigten und subtropischen Bergregionen Asiens – vom Himalaya bis nach China – und ist physiologisch an kühle Winter angepasst. Als Fächerpalme (palmate Blattform) strahlen die Blattsegmente von einem zentralen Punkt, der sogenannten Hastula, aus.
Ein besonderes Merkmal der Hanfpalme ist ihr natürlicher Stammschutz Die braunen, hanfartigen Fasern, die den Stamm in der Jugend und im mittleren Alter dicht umhüllen, fungieren als natürlicher Isolator für das Leitgewebe. Da Palmen als Monokotyledonen kein sekundäres Dickenwachstum besitzen, verheilen Stammverletzungen nicht durch Überwallung – sie bleiben dauerhafte Eintrittspforten für Krankheitserreger.
Präzise Winterhärte und Frostschutz-Strategie
Die Chinesische Hanfpalme ist die mit Abstand häufigste Freilandpalme in Deutschland. Etablierte Exemplare tolerieren Frost bis -17 °C bis -18 °C. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Kälte, sondern die Kombination aus Nässe und Frost – die sogenannte „Nasskälte", die zur gefürchteten Herzfäule führen kann.
Ein Regenschutz der Krone ist in niederschlagsreichen Regionen daher wichtiger als ein reiner Thermoschutz. Der kritische Faktor ist stets der Schutz des Meristems (Wachstumsherz). Empfohlen wird:
- Wurzelschutz Mulchschicht von 20–30 cm aus Rinde oder Laub
- Blattschutz Hochbinden der Wedel schützt das Herz vor Wind und Nässe
- Regenschutz Ein einfaches Dach verhindert, dass Nässe ins Herz läuft und dort gefriert
- Aktiver Schutz Bei Temperaturen unter -10 °C Einsatz von Lichtschläuchen unter einer atmungsaktiven Vlieshaube
In Mitteleuropa wächst die Hanfpalme etwa 10–30 cm pro Jahr und eignet sich als Solitär, für Alleen oder Gruppenpflanzungen.
Verwandte Arten der Gattung Trachycarpus
Wagners Hanfpalme (Trachycarpus wagnerianus)
Oft als Varietät von T. fortunei betrachtet, wird sie im Handel meist als eigenständige Art geführt. Ihre genaue Herkunft ist unbekannt – vermutlich handelt es sich um eine japanische Kulturform. Der entscheidende Vorteil: Die Blätter sind deutlich kleiner, kompakter, steifer und fast kreisrund. Während die großen Wedel der T. fortunei bei Wind abknicken oder zerfleddern, bleibt T. wagnerianus auch in stürmischen Lagen (Küstennähe, Dachterrassen) formschön. Die Winterhärte ist identisch oder sogar leicht überlegen (bis -18 °C).
Yunnan-Zwergpalme (Trachycarpus nanus)
Eine seltene Rarität, die ihre fast stammlose Wuchsform beibehält und ein unterirdisches Rhizom bildet. Extrem frosthart (bis -18 °C im Boden), aber sehr empfindlich gegen Winternässe, da das Meristem bodennah liegt. Zwingend erforderlich: exzellente Drainage (Kiesbeimischung) und Regenschutz.
Kumaon-Hanfpalme (Trachycarpus takil)
Botanisch umstritten und im Handel oft hybridisiert. Echte T. takil sollen die Stammfasern früher verlieren und kälteresistenter sein, sind aber kaum verifiziert erhältlich.
Videos zur Chinesische Hanfpalmen
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Quellen:
https://palmenrat.de/arten/hanfpalme/chinesische-hanfpalme/
https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/hanfpalme/chinesische-hanfpalme