Spinnmilben an Zimmerpflanzen bekämpfen

Allgemein
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Spinnmilben an Zimmerpflanzen bekämpfen als Zimmerpflanze
Spinnmilben

Zusammenfassung

Spinnmilben sind gefürchtete Schädlinge an Zimmerpflanzen, die besonders bei trockener Heizungsluft auftreten. Die winzigen Spinnentiere hinterlassen charakteristische Gespinste und schädigen die Blätter. Dieser Ratgeber erklärt, wie man Spinnmilben erkennt und effektiv bekämpft. Von vorbeugenden Maßnahmen bis zu Behandlungsmethoden werden alle wichtigen Aspekte behandelt.

Weiße Netze, die sich zwischen den Blättern einer Pflanze bilden und von weißen Punkten “besetzt” werden, sind meistens ein Zeichen für einen Befall von Spinnmilben. Die Spinnmilbe (Tetranychidae), von der es etwa 1200 verschiedene Arten gibt, ist ein Schädling, der bei Zimmerpflanzen gravierende Schäden am Blattwerk verursachen kann. Sie ernähren sich von dem Pflanzensaft und leben selbst meist unter den Blättern. Von hier aus weben sie ihre Netze, in denen die Eier abgelegt werden, welche als kleine weiße Punkte zu erkennen sind.

Wie entstehen Spinnmilben eigentlich?

Wer davon ausgeht, dass man in Wohnräumen vor einem Spinnmilben-Befall geschützt ist, der liegt leider falsch. Spinnmilben bevorzugen ein trockenes, luftiges Klima. Eine Zimmerpflanze, die auf der Fensterbank über einer Heizung steht, ist der ideale Brut- und Lebensraum für die Spinnmilbe. Wenn möglich und wenn es die Pflanzenart zulässt, sollte man die Pflanze also möglichst feucht halten, damit Spinnmilben sich nicht einnisten.

Spinnmilben erfolgreich bekämpfen – erste Maßnahmen

Hat man die Spinnmilben an einer Zimmerpflanzen identifiziert, so sollte man schnellstmöglich erste Maßnahmen ergreifen. Um die Spinnmilben zu bekämpfen geht man wie folgt vor:

  1. Von Spinnmilben befallene Stellen an der Pflanze identifizieren
  2. Einen handelsübligen Bestäuber mit Wasser füllen
  3. Die Stellen stark mit dem Bestäuber einsprühen
  4. Die Pflanze komplett besprühen
  5. Ca.1 Woche lang täglich wiederholen

Tipp Als altes Hausmittel gilt eine Mischung aus Öl, Spüli und Wasser. Mit diesem Gemisch können auch die Blätter eingerieben werden.

Bilden sich die Spinnmilben nach diesen Maßnamen erneut, bleibt uns im Bereich der natürlichen Bekämpfung noch eine weitere Option. Je nach Größe der Pflanze benötigt man dafür einen entsprechend großen, transparenten Müllsack. Die befallene Pflanze wird erneut mit dem Bestäuber besprüht. Anschließend baut man aus dem Müllsack einen Überzug und erzeugt somit ein kleines Treibhaus. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sterben die Spinnmilben dann letztendlich ab.

Neemöl gegen Spinnmilben – wenn alles andere versagt

Sollten Wasser und Hausmittel versagen, bleibt leider nur der Griff zu Neemöl (auch Niemöl) oder dem chemischen Angriff auf die Plagegeister. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass bestimmte chemische Substanzen für Menschen und Tiere schädlich sein können. Auch dem Neemöl (Bewertung von Neemöl gegen Spinnmilben durch das Bundesinstitut für Risikobewertung) wird eine teilweise gesundheitsschädigende Wirkung zugesagt. Man sollte diese Mittel also im Idealfall nicht in geschlossenen Räumen anwenden.

Biologische Bekämpfung mit Raubmilben

Neben den klassischen Hausmitteln gibt es eine sehr effektive biologische Bekämpfungsmethode Den Einsatz von Raubmilben (Phytoseiulus persimilis). Diese natürlichen Fressfeinde der Spinnmilbe können im Fachhandel bestellt werden und bekämpfen den Befall nachhaltig, ohne Chemie einsetzen zu müssen.

Spinnmilben sind das Hauptproblem bei der Zimmerkultur von Palmen. Die wichtigste Vorbeugung ist eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit – trockene Heizungsluft im Winter ist der Hauptauslöser für Befall. Besonders anfällig sind Goldfruchtpalmen, Kokospalmen und Dattelpalmen.